Diashow Gisela - Giselle

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Pressestimmen

 

„Hier begegnen sich Stenzenberger und Reinecke als Giselle und Albrecht in Choreographien, die phantasievoll die Essenz zweier jahrhundertelang immer wieder neu adaptierten Figuren skizzieren. Ein schnelles, selbstverständliches Ineinander der Körper, so organisch, als gehöre dem Einen jeweils auch der Körper des Anderen. Eine hocherotische Nähe mit nicht nur metaphorischem, sondern auch ganz pragmatischem Hintergrund: Die Spielfläche des Euro Theaters Central dürfte die wohl winzigste Giselle-Bühne in der Geschichte des Balletts sein...“  

(WDR 3, "Mosaik" vom 4. Juni 2011)

 

"..."Gisela - Giselle" ist eine schöne Hommage von Bärbel Stenzenberger für Gisela Pflugradt-Marteau geworden (...) Bärbel Stenzenbergers famoser Kunstgriff besteht darin, diese Doppelung in einander zu ziehen. Sie spielt fabelhaft mit der Beschränktheit der Zimmerbühne. Ihre Klammer ist eine kleine, selbstvergessene Tanzfigur, nur so hingeschlenzt. Klassisches Ballett kennt das nicht, Gestimmtheit, Laune, etwa: Da war doch was, dieser Abend. Und das Tänzerinnenleben der Gisela Pflugradt, die dann in Prosa sagt:"Ich würde es wieder tun." Mit einer "Ouvertüre" (nach Adam neu von Gero Wycik collagiert) überlässt sich Bärbel Stenzenberger, die lieber "noballet" tanzt, einen blauen Augenaufschlag lang der großen romantischen Ballettvergangenheit. Für das Ineinanderschneiden von Kunst und Leben hat sie den exzellenten Olaf Reinecke, Partner in der bo komplex Kompanie, als Albrecht im Ballett und als Claus Marteau dabei (...) Viele haben mitgewirkt, damit dieses kleine Film-Tanz-Kunststück zustande kam. Der Münsterplatz hat auch mitgespielt und auch ganz junge Filmeleven in den wechselnden Altersstufen. Es gab viel Beifall."

(Kölnische Rundachau vom 06.06.2011)

 

"Der lokale Bezug, bleibt dabei stets präsent, etwa beim Tanzsolo in der Bonner Innenstadt. Die Bühnenchoreografoe löst sich derweil vom Konkreten und rückt gerade deswegen oft ganz nah an die Protagonistin heran. Teils ironisch, teils wehmütig, stets sehr persönlich wird von den Höhen und Tiefen eines Lebens erzählt. Die Grenzen zwischen "Gisela" und der Figur Giselle verwischen dabei immer mehr..."

(General Anzeiger vom 04.06.2011)

 

„Das Ganze ist trotz der vielen, teilweise witzig verfremdeten Realitätspartikel kein schlichtes Dokumentarstück und schon gar nicht eine private Lebensstory aus der Schlüssellochperspektive. Stenzenberger und Reinecke erfinden eine eigenständige Bühnenrealität mit präzis choreographierten Aktionen und durchgeformten Körperbildern. Sie sind melancholisch und aggressiv, zärtlich und wütend, brechen die intime Nähe durch Fluchtfantasien und poetische Energie. Romantik paart sich mit schweißtreibender Disziplin. Im Euro Theater sind die Zuschauer sehr dicht dran am Tänzer, spüren hautnah die konzentrierte Arbeit der Muskeln und Sehnen und sehen die kraftzehrende Produktion der schönen Illusion. Auf der Bühne steigt Stenzenbergers Gisela am Ende in den weißen Tüllrock der Giselle wie in eine Kampfrüstung und macht sich in der schönsten Filmsequenz des Abends auf eine Wanderung über abgewrackte Güterwagen am Rheinufer. Leichtfüßig tanzt sie auf den rostigen Ruinen einstiger technischer Mobilität. Eine exemplarisch starke Frau, die immer einen Weg aus dem Stillstand findet, weil sie ein Ziel hat: Theater machen für Menschen, die geistig beweglich bleiben möchten.”

(kultur - Magazin der Theatergemeinde Bonn, Nr. 78)

 

“Es muss nicht immer „Schwanensee“ sein. Auch die Rolle des Bauernmädchens Giselle, das sich vor lauter Liebeskummer zu Tode tanzt, ist die Traumrolle einer jeden Tänzerin. Die langjährige ehemalige Solistin der Bonner Oper, Gisela Pflugradt-Marteau, durfte sie in ihrer 30-jährigen Karriere nie tanzen. Dennoch ist ihre Lebensgeschichte so faszinierend, dass die Tanzkompanie bo komplex und die Filmemacherin Sirpa Wilner daraus eine multimediale Tanzhommage entwickelten. „Gisela – Giselle“ verbindet das Schicksal der tanzbesessenen Bühnenfigur mit der Biografie der tanzbesessenen Künstlerin (66), die Schülerin der großen Balletterneuererin Tatjana Gsovsky in Berlin war. Während auf einer Leinwand teilweise zeitgeschichtliche Szenen aus dem Leben der Tänzerin Gisela zu sehen sind, begegnen sich Giselle (Bärbel Stenzenberger) und Herzog Albrecht (Olaf Reinecke) in einer geschmeidigen, erotischen Choreografie. Ihre Bewegungen sind so organisch, dass die beiden Körper miteinander zu verschmelzen scheinen. Das Tanzstück hat auch eine politische Botschaft: Mit Bedacht wählte man die winzige Bühne des Euro Theater Central, das  Gisela Pflugradt-Marteau seit dem Tod ihres Mannes leitet, um auf die fortschreitende Verdrängung der Tanzkunst insbesondere in Bonn hinzuweisen.”

(kulturkenner.de,16.07.2011)